Adventsreise des Lions Clubs (LC) Berlin-Pariser Platz nach Celle

Am Donnerstag, den 27. November 2025, war es wieder so weit. Der LC Berlin-Pariser Platz veranstaltete seine traditionelle Städtereise zum Ersten Advent. Diesmal ging es für zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis Sonntag, den 30. November in die einstmalige Residenzstadt Celle.

Die nahe der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover an der Aller gelegene und rund 66 000 Einwohner zählende Stadt präsentierte sich im vorweihnachtlichen Glanz. Neben dem Celler Schloss fielen im Stadtkern die vielen schmucken Fachwerkhäuser auf, die dem gesamten Innenstadtbereich ein anheimelndes Gepräge geben. Mitsamt dem Weihnachtsmarkt ergab dies eine schöne Adventsstimmung, die sich am Abend durch den u.a. von Weihnachtsbäumen, Lichterketten und Leuchtfiguren erzeugten Lichterglanz noch verstärkte. Auch für die leider jetzt zu jedem größeren Weihnachtsmarkt gehörenden Sicherheitspoller war den Cellern eine optisch kreative Lösung eingefallen, indem sie diese mit als Geschenkpapier getarnten Planen umwickelten. So wirkten die Poller viel freundlicher wie riesige Geschenkpakete und nicht wie eine festungsartige Absperrung.

 

Das Besuchsprogramm des LC Berlin-Pariser Platz war wieder abwechslungsreich und mit Highlights versehen, wobei noch jeder Reiseteilnehmerin/jedem Reiseteilnehmer genug Zeit für Aktivitäten außerhalb des Programms blieb. Nach der Ankunft eines Teils der Reisegruppe am Donnerstag – der andere Teil stieß am Freitag dazu – im großzügig gestalteten und komfortablen Hotel Celler Tor, traf man sich um 19.00 Uhr zu einem schönen Abendessen im Hotelrestaurant. Das gemütliche Beisammensein klang dann in der Hotelbar bei anregenden Gesprächen auch über Club- und Distriktaktivitäten aus.

 

Für Freitagmorgen stand dann nach einem ausgiebigen und reichhaltigen Frühstück ein Besuch des Alten Provisors auf dem Programm. Dabei handelt es sich um ein in der Celler Altstadt gelegenes Stöberstübchens, also eines kleinen Geschenkeladens. Dessen Inhaberin, Frau Dörte Hirschfeld, präsentierte den Besuchern im Innenhof ihres kleinen Geschäfts den von ihr eigenhändig produzierten Kräuterlikör Alter Provisor.

 

Bei dieser Spirituose handelt es sich um ein geistiges Getränk mit einem 50%igen Alkoholgehalt. Bei ihrer Präsentation informierte Frau Hirschfeld über die Entstehungsgeschichte des Kräuterlikörs und erzählte auch von sich. So erfuhr man, dass sie einst in der ehemaligen Ratsapotheke in Celle lange Jahre gearbeitet hatte, aus der das Rezept für den Alten Provisor stammt. Frau Hirschfeld pries die wohltuende Wirkung des Likörs u.a. im Falle von fetten Speisen, die auf das harmonische Zusammenspiel von Bitterstoffen und Alkohol beruhen. Getreu dem Motto aus Goethes Faust grau, teurer Freund, ist alle Theorie kredenzte Frau Hirschfeld jedem Besucher in ein Gläschen ihres Zaubertranks und reichte dazu noch alkoholfreien Apfelpunsch. Alles in allem eine gelungene Kombination, welche die Lions nach deren Genuss gut gestimmt weiterziehen ließ.

 

Der Freitagnachmittag stand dann zunächst bis 15.00 Uhr zur freien Verfügung. Während ein Teil der Gruppe in dieser Zeit schon mal die Celler Altstadt erkundete und anschließend in einem Café pausierte stattete der andere Teil dem Otto Haesler Museum einen Besuch ab und informiere sich dort anhand eines Vortrages des ehrenamtlichen Museumsleiters, vieler Exponate wie z. B. einer Vorkriegswaschmaschine von Miele, und einer Fotoausstellung über Leben und Wirken des Architekten Otto Haesler, der von 1906 bis 1933 in Celle arbeitete und dort in Umsetzung der Idee vom Neuen Bauen eine Arbeiter-Bauhaussiedlung schuf.

 

Um 15.00 Uhr fand man sich dann wieder an der Brücke vor dem Celler Schloss zusammen, von wo aus nach einem Gruppenfoto vor dem Schloss unter Leitung der Gästeführerin Frau Heike Gudeus die klassische Stadtführung startete.

 

Zuvor gab Frau Gudeus einen kurzen Abriss über die Geschichte von Celle. So erfuhren die Teilnehmer, dass Celle im früher Mittelalter zunächst drei Kilometer vom Heutigen Standort gegründet worden war (dem heutigen Stadtteil Altencelle) und 1249 auf Veranlassung von Herzog Otto dem Strengen verlegt wurde. Des Weiteren erfuhr man viel über die Bedeutung der Stadt als fast dreihundert Jahre dauernde Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und als Regierungssitz der Welfen. Bei der Führung durch die Altstadt lag der Schwerpunkt auf dem gelungenen Fachwerkensemble, das allerdings durch eine Bausünde aus den 1960er Jahren in Form einer leerstehenden ehemaligen Galeria Kaufhof-Filiale beeinträchtigt wird. Am Ende der Stadtführung stand ein Besuch der evangelisch-lutherischen Stadtkirche Sankt Marien, deren architektonisches Innenleben die Teilnehmer auf sich wirken ließen.

 

Während einige der Teilnehmer sich bis zum Abend im Hotel ausruhten, wohnten andere der Lichterparade vom Alten Rathaus bei. Auch dies ein beeindruckendes Schauspiel.

 

Das Abendessen fand im Restaurant Das Esszimmer Celle statt, einem kleinen, aber feinen kulinarischen Juwel. Gastgeber Patrick Berger und sein Team verstanden es, ihre Gäste mit hervorragenden Speisen, einer guten Getränkeauswahl und tollem Service zu überzeugen.

 

Am Samstag bildete die klassische Führung durch das Celler Schloss den Schwerpunkt. Gästeführerin Antje Meine führte durch die verschiedenen Gemächer dieses imposanten Bauwerks und machte auf architektonische Besonderheiten aufmerksam. So wurde z.B. das Schlosstheater auf den Resten eines Wachturms errichtet.

 

Beindruckend ist auch das vom Hofarchitekten Georg Ludwig Friedrich Laves Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute großzügig gestaltete und repräsentative Treppenhaus, auf dem eine mit Ornamenten verzierte Kuppel ruht. Frau Meine wartete zudem mit vielen historischen Schlaglichtern auf. Im Mittelpunkt stand dabei Georg Wilhelm, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1624 bis 1705), der nach einigen politisch-dynastischen Wirren, insbesondere bezüglich seines Bruders Ernst-August,1674 die französische Hugenottin Eleonore d‘ Olbreuse ehelichte und mit ihr eine nicht standesgemäße, d.h. eine Ehe zur linken Hand führte. Interessant war zudem anhand eines im Schloss aufgehängten Stammbaumes zu sehen, welche Dynastien sich hieraus ergaben, u.a. mit Blick auf das englische Königshaus und die Hohenzollern.

 

Weitere Highlights waren das Schlosstheater und die Schlosskappelle, die wegen ihrer fast schon übermäßig opulenten Ausstattung zu den bedeutendsten Zeugnissen norddeutscher Renaissancekunst gehört.

 

Nach der Schlossführung blieb noch Zeit, über den Weihnachtsmarkt zu bummeln, wo auch zwei Celler Lions Clubs mit ihren Glühweinständen Präsenz zeigten.

Den krönenden Abschluss des Samstags fand dann bei einem gutbürgerlichen Abendessen mit zünftigen Speisen und Getränken im Restaurant Schweine Schulze statt, einem urgemütlichen Gasthaus mit Lokalkolorit inmitten der Celler Altstadt.

Am Sonntag, den ersten Advent, hieß es dann für die Teilnehmer Abschied zu nehmen voneinander und von einer der schönsten Fachwerkstädte Deutschlands. Alles in allem erwies sich diese Adventsfahrt des LC Berlin-Pariser Platz wieder einmal als kulturelle Bereicherung und Stärkung unseres gemeinsamen Ziels „We serve“.

Besonderer Dank gebührt den Lions Freunden Monika Schaath-Fenske und Thomas Schaath, die mit großem Engagement diese Reise organisiert haben und dafür sorgten, dass es eine runde Sache wurde.

 

Dezember 2025
Text: Leo Schulz

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